Fußball-PR:

WER GEWINNT DIESES DERBY?

Der Spielbericht über das spannende Match von grünen gegen die violetten Öffentlichkeitsarbeiter, Finanzreferenten, Marketingleute und Spitzenfunktionäre:

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NEWS. Austria-Pressemann Christoph Pflug schoss im Jahr 2015   mehr als 150 Pressemeldungen raus. Rapid-Kommunikator Peter Klinglmüller konterte im grünen Online-Mediencenter mit fast 200 Pressetexten: 1 : 0 für Rapid.

FEEDBACK. Laut APA-defacto-Datenbank war im Jahr 2015 über den SK Rapid Wien in ca. 400 Medien rund 22.000 Mal zu lesen.  Der FK Austria Wien landete  mit etwa 11.000 Nennungen abgeschlagen an zweiter Stelle – das Kräfteverhältnis bei der  Medienpräsenz sagt viel aus:  2 : 0.

IM NETZ. Wer auf google.at „Austria Wien“ eingibt, erhält 3,4 Millionen Treffer -bei „Rapid Wien“ sind es 4,3 Millionen – die Grünen sind also auch im Internet eindeutig präsenter: 3 : 0 für Rapid.

FANS. Gemäß Social Media Ranking wird Rapid auf Facebook fast 200.000 Mal „geliked“ und bringt es auf Twitter auf 13.500 Followers. Der Rivale aus Wien-Favoriten schafft  nur 130.000 Facebook- bzw.  11.500 Twitter-Fans: 4 : 0.

POPULÄR. Der SK Rapid ist mit einem Bekanntheitsgrad von 99 Prozent der populärste Fußballklub des Landes – da haben die Austrianer keine Chance: 5:0 für die Grün-Weißen.

SITE. Alles in allem ist die Homepage der Austria jedoch klarer  strukturiert,  übersichtlicher, userfreundlicher und letztlich auch  eine  Spur informativer als  die der Hütteldorfer: 5 : 1

MEDIEN-KONTAKTE. Rapid hat gleich zwei eigene Printtitel („Rapid-Magazin“ und „Rapid Heute“), sogar eine eigene TV-Sendung („Rapid-Viertelstunde“) und dank diverser Kooperationen, etwa mit dem Wiener  Stadtfernsehen W 24, mit Kronehit, dem stärksten Privatradiosender  des Landes, mit Sky, Laola1.at und mit dem ORF die eindeutig besseren Drähte zur Medienbranche – davon kann die Austria, die mit ORF, Sky, dem Kurier und dem Weekend-Magazin kooperiert, nur träumen:  6 : 1

AKTIEN. Die Austria ist jedoch in Form einer Aktiengesellschaft organisiert, was heutzutage auch im Fussball-Business State of the Art  sein  sollte –  besser als „nur“ ein Klub  bzw. die SK Rapid GesmbH, die wiederum zu 100 Prozent dem Verein gehört: 6 : 2

TRANSPARENZ.  Rapid legt alljährlich einen Geschäftsbericht vor,  in dem all das nachzulesen ist, was andere Klubs lieber verschweigen.  So etwa ist dort zu erfahren, dass sich der Umsatz in der Saison 2014/15 auf 24,6 Millionen Euro belief und ein kleiner Gewinn in Höhe von 50.000 Euro erwirtschaftet werden konnte –  7 : 2 für Rapid

ON TOP. Das Duell der Präsidenten gewinnt der einstige tele.ring-,  One- bzw. Orange-Boss Michael Krammer, der bei Rapid seit November  2013 mit hoher Dynamik amtiert,  gegen Wolfgang Katzian, der sich  eindeutig  mehr um die Gewerkschaft GPA djp  als um seine Kicker  kümmert, klar:  8 : 2 für Rapid.

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NETWORK.Die Austria verfügt in ihrem Verwaltungsrat unter Leitung von Ex-Minister Karl Blecha und in dem von Wiens Bürgermeister  Michael Häupl und dem burgenländischen Häuptling Hans Niessl geleiteten Kuratorium über deutlich mehr prominente Funktionäre, darunter Rewe-Boss Frank Hensel, Wien Holding-Chef Peter Hanke, Wienerberger-General Heimo  Scheuch und ÖBB-Chef Christian Kern – das lässt  auf exzellente Kontakte, auch hinter den Kulissen,  und intensives Networking zu Gunsten des Vereins schließen.  Im Rapid-Kuratorium sitzen  zwar auch keine Nobodys, sondern u.a.  Wiens Vizebürgermeisterin  Renate Brauner, der burgenländische Landesrat   Norbert Darabos,  Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger, Ottakringer-Chef Sigi Menz und ORF-General Alexander Wrabetz – trotzdem leichte Vorteile für die Violetten und nur noch 8 : 3  für Rapid.

ROUTINE. Austria-Finanzvorstand Markus Kraetschmer, seit 1997  beim Verein, ist um einiges erfahrener als seine grünen Gegenüber, Rapid- Geschäftsführer Christoph Peschek und dessen Säckelwart Raphael Landthaler, der einst als Unternehmensberater tätig war und den grünen Langzeit-Manager Werner Kuhn beerbt hat. Auch  wenn das grün-weiße  Präsidium, dem  etwa Anwalt Nikolaus Rosenauer  oder  Allianz Investmentbank-Boss Martin Bruckner angehören, einen  durchaus ambitionierten Eindruck macht, hat Austria puncto Klubmanagement und Funktionäre die  Nase vorne:  8 : 4.

FINANZKRAFT. Klar ist aber auch, dass  Rapid nicht nur mehr Mitglieder  (nämlich 12.000),  sondern auch regelmäßig mehr Zuschauer (nämlich um ca. 10.000 mehr als der Rivale) und folglich – nicht zuletzt  dank der guten Performance   bei den Europapokal-Spielen – mehr Geld hat. Beim Jahresbudget –  die Grünen haben es kürzlich sogar  auf 30 Millionen aufgestockt – können  die Veilchen daher nicht mithalten: 9 : 4  für Rapid.

SPONSORING. Der Austria-Hauptsponsor Verbund, sechs Co-Sponsoren, darunter die Generali Versicherung, Nike, T-Mobile und die Rewe Gruppe, sowie neun Premium-Sponsoren, beispielsweise die Österreichischen Lotterien, die Wien Holding, bet-at-home, Admiral wetten oder Puntigamer machen summa summarum als finanzielles Rückgrat einen noch kompakteren Eindruck als die Hütteldorfer Partner, die zuletzt 7,6 Millionen Euro springen ließen – allen voran Wien Energie, aber auch die Allianz (als Namensgeber der neuen Spielstätte), die internationale Einkaufsgemeinschaft  Lyoness, Ottakringer und Ausrüster Adidas – daher 9 : 5.

DAS DUELL. Die beiden Sportdirektoren bewiesen bei ihrer wichtigsten Personalentscheidung ein gutes Händchen: Rapids  deutscher Import Andreas Müller setzte weiterhin auf Zoran Barisic, der die Mannschaft auf  Vordermann brachte und daher auch schon als Cheftrainer bis 2018 verlängert wurde; Austrias Franz Wohlfahrt wiederum holte den Deutschen Thorsten Fink, der sich – zumindest bislang – als Glücksgriff  erwies. Es steht 10 : 6

TRANSFERS. Austria hat zwar für das Engagement von Goalie Robert Almer, Mittelstürmer Kayode, dessen Alternative Kevin Friesenbichler und von Mittelfeldspieler Roi Kehat weniger Geld ausgegeben als Rapid beim Erwerb von  Matej Jelic, Stephan Auer, Richard Strebinger und Stefan Nutz, dabei aber das bessere Los gezogen – 10 : 7.

TREND. Die Veilchen, in der katastrophalen Saison 2014/15 lediglich Tabellen-Siebenter, haben sich in spielerischer Hinsicht deutlicher verbessert als jeder andere Bundesligaverein. Austria stellt auf  10 : 8.

MARKTWERT. Laut Einschätzung von www.transfermarkt.at repräsentieren  die 29 Kaderspieler des FK Austria einen Gesamtmarktwert von 17,5 Millionen Euro – der Wirbelwind aus Nigeria, Tobi Olarenwaja Kayode, ist mit 1,25 Millionen der wertvollste Violette. Die 25 Kicker rund um Steffen Hofmann  werden allerdings auf  insgesamt 21 Millionen geschätzt, wobei  Louis Schaub  und Florian Kainz mit je zwei als größte Assets gelten – Spielstand:  11 : 8

GROSSPROJEKT. Mit dem Bau der neuen Allianz-Arena (Kosten: 53 Millionen €) nimmt die Rapid-Führung volles Risiko. Der Klub, der jährlich etwa 25 Millionen umsetzt, hat immerhin einen Kredit über 35 Millionen aufgenommen, der durch  den zwölf Jahre laufenden Sponsorvertrag mit Allianz besichert ist.  Doch da gibt es gottlob noch die Stadt Wien, die den Stadionneubau mit 21,7  Millionen kräftig subventioniert, schließlich sollen sich auch möglichst viele  Anhänger im Zuge des Crowd-Investments „Rapid InvesTOR“ mit drei Millionen  an der Finanzierung beteiligen. Das Bauprojekt, das auf dem Prinzip Hoffnung beruht, könnte den Verein – falls etwas oder gar alles schief läuft – durchaus  ins kommerzielle Abseits bugsieren – bei der Austria wird derzeit jedenfalls in finanziellen Belangen – noch – nicht so hoch gepokert – 11 : 9.

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EIGENTOR. Das Faktum, dass Rapid angesichts eines aktuellen Zuschauerschnitts von 17.000 pro Match eine Arena für 25.000 Besucher errichtet, könnte nicht nur im Worst Case allzu leicht zum Eigentor werden. Immerhin braucht der Verein in Zukunft rund 20.000 Zuschauer pro Heimspiel. Die Austria indes findet vorerst noch mit maximal 13.000 Zuschauern das Auslangen und muss für die momentane Bescheidenheit belohnt werden – 11 : 10.

AUSVERKAUF. In einem Punkt geht es beiden Klubs ähnlich: Sie müssen, um kommerziell halbwegs über die Runden zu kommen und nicht grellrote Zahlen zu schreiben, laufend die besten Akteure abgeben. Rapid hat in jüngerer Zeit etwa Stars wie Terrence Boyd, Marcel Sabitzer, Guido Burgstaller, Christopher Trimmel und Robert Beric ins Ausland verkauft und zu Geld gemacht; die Austria wiederum musste auf Stützen wie Omer Damari, Philipp Hosiner, Rubin Okotie, Markus Suttner, Heinz Lindner oder Daniel Royer verzichten, die allesamt bei ausländischen Vereinen gelandet sind. Derartige Transfers wird es wohl auch in Zukunft geben – 12 : 11.

UMBAU. So bald die neue Rapid-Arena fertig ist, wird die Austria ihre Zukunftspläne starten und ihre Generali-Arena renovieren sowie auf 17.500 Plätze erweitern. Das Projekt der Austrianer, die bislang nicht gerne über ihre Verhältnisse gelebt haben, soll – inklusive neuer Akademie und diversen Infrastrukturmaßnahmen – rund 45 Millionen Euro kosten. Bürgermeister Häupl wird wohl beweisen, dass er ein glühender Fan der Violetten ist. Wenn es die Austria-Gewaltigen verstehen, nicht in eine Art Großmannssucht zu verfallen, sondern weitgehend am Boden zu bleiben, hat der Verein die Riesenchance, in letzter Minute auszugleichen – der Endstand lautet also 12 : 12.

 

 

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